Fahrradweg für die Klever Straße

Stadtradeln, war vor ein paar Wochen noch das Thema in Düsseldorf, am Rheinufer zählt seit kurzem ein Fahrradzähler jeden Radfahrer und fahrradfreundlich ist Düsseldorf auch. Klingt super – sicherlich ist es an manchen stellen auch recht fahrradfreundlich, ab er es stellt sich auch oft die Frage „Wo soll ich denn mit dem Fahrrad fahren?“

Beispiel Klever Straße

Auf meinem täglichen Weg zur Arbeit fahre ich, egal ob mit dem Auto oder mit dem Fahrrad über die Klever Straße in Düsseldorf.
Im Auto stellt man fest, dass der rechte Fahrstreifen (in Richtung Cecilienallee / Westen) kaum genutzt wird, da Rechtsabbieger oder Fahrradfahrer den Fahrstreifen „blockieren“.
Auf dem Fahrrad muss man ein besonderes Auge auf plötzliche Spurwechsel vom mittleren Fahrsteifen auf den rechten Fahrstreifen werfen, hat aber in der Regel Platz.
Warum also kein Radweg? Eine sichtbare Markierung würde allen Verkehrsteilnehmern deutlich machen, dass hier ein Radweg ist. Das schafft Klarheit und Sicherheit für alle!

Radweg Klever Straße - Aktuell

grüne Markierung = bereits vorhandene Radwege
rote Markierung = fehlende Radwege / Radwegnetzlücken

„Opfert“ man den rechten Fahrstreifen für einen Fahrradweg bzw. einen Radfahrstreifen (1,50m breit), kann der zusätzlich gewonnene Raum den Autofahrern als Parkraum zurückgegeben werden.
Durch effizienteres Querparken entstünden so zusätzliche Parkplätze. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten durch entsprechende Fahrbahnmarkierungen umgesetzt werden und es bedarf keiner großen – mit hohen Kosten verbundenen – baulichen Veränderung.

Radweg Klever Straße - Vorschlag im Detail

weiße Markierung = Optimierte Parkflächen
orange Markierung = neuer Radweg

Durch einen Radweg auf der Klever Straße wird der Radverkehr aus den östlichen Stadtteilen besser an die bereits vorhandene, gute Radweginfrastruktur am Rheinufer / Cecilienallee angebunden. Ebenfalls können durch die Umgestaltung der Klever Straße leicht zusätzliche Parkflächen geschaffen werden. Win-Win Situaton für Auto und Fahrradfahrer.

Radweg Klever Straße - Vorschlag

Den Vorschlag zur „Optimierung der Klever Straße“ haben wir der  Stadt Düsseldorf zukommen lassen und recht rasch folgende Antwort erhalten:

Zu Ihren Vorschlägen: Radfahrstreifen oder Schutzstreifen hinter Schräg- oder Querparkständen sind nicht ausgeschlossen, aber grundsätzlich problematisch, da der Sichtkontakt fehlt. Schrägparkstände sind je nach Aufstellwinkel 4,30m – 4,60m tief und benötigen einen zusätzlichen Überhang von 0,70m. Ein Radfahrstreifen sollte aktuell mindestens 1,60m breit sein, mit einem zusätzlichen Breitstrich gegenüber der Fahrbahn von 0,25m und einem Sicherheitsabstand zum Parkstreifen. Die Schaffung zusätzlicher Parkmöglichkeiten sind deshalb leider nicht möglich.

Es ist aber unstrittig, dass der vorhandene Zustand für den Radverkehr auf der Klever Straße unbefriedigend ist. Aus diesem Grund gibt es in der Bezirksvertretung und der Verwaltung Überlegungen, ob und wie auf der Klever Straße eine Radverkehrsanlage möglich ist. Da nur teilweise aktuelle Verkehrszahlen vorlagen, wurden als Planungsgrundlage aktuelle Zahlen erhoben. Nach derzeitigem Planungsstand sind auf dieser Grundlage beidseitig Radfahrstreifen möglich, wenn in den Kreuzungsbereichen entsprechende Aufweitungen der Fahrspuren unter teilweiser Inanspruchnahme vorhandener Längsparkstreifen realisiert werden.

Detailplanungen und politische Entscheidungen dazu sind für 2015 vorgesehen.“

Fazit

Verzichtet man auf die zusätzlichen Parkflächen wäre ein Fahrradweg realisierbar und scheinbar ist die Idee bei der Stadt bereits angekommen. Wir sind gespannt wann der ersten Tropfen Farbe die Straße berührt und ob die Detailplanungen und politischen Entscheidungen dazu 2015 tatsächlich kommen…

Innovative Fahrradschlösser für 2015

Das Thema innovative Fahrradschlösser war auch in 2014 wieder spannend. Wir möchten euch sieben innovative Produkte und Konzepte vorstellen, die in 2015 erhältlich werden sollen. Für den Rückblick hier unser Beitrag aus 2013.

An erster Stelle standen 2014 die Smart Locks. Intelligente Fahrradschlösser, die sich mittels Bluetooth 4.0 oder Bluetooth Low Energy mit Reichweiten bis zu 50m verriegeln oder öffnen lassen. Jedoch gab es auch andere Innovationen im Bereich Fahrradschloss.

BitLock

Über das BitLock hatten wir ja bereits berichtet. Das BitLock hat es nun erfolgreich bei Kickstarter geschafft. Euer Smartphone entriegelt das Schloss via Bluetooth automatisch ab einem Abstand von einem Meter. Natürlich kann man es auch via App öffnen. Ist das eigene Smartphone dann doch mal leer, kann man sich mittels Zahlenschlüssel und einem geborgten Smartphone behelfen. Darüber hinaus kann man Freunden Freigaben einrichten und die Position des Schlosses bei jeder Interaktion mit einem Smartphone verfolgen. Die wechselbare Batterie soll übrigens 5 Jahre halten. Wenn man es jetzt für 119$ (€96) plus 30$ (€24) Versand vorbestellt, dann könnte es pünktlich zum neuen Jahr ankommen.

Vier

Dieses Schloss wurde erfolgreich durch Tallac bei Kickstarter finanziert. Die Idee ist ein Bügelschloss, dass aus vier Teilen besteht. Dadurch lässt es sich komplett zerlegen und einfach verstauen. Es kann in drei verschiedenen Größen für 85$ (€68) vorbestellt werden. Erste Lieferungen sind nach Anfrage beim Hersteller im Frühjahr 2015 zu erwarten. Die Lieferkosten liegen zwischen 30-35$ (€28).

Lock8

Das Lock8 ist wieder ein erfolgreich finanziertes Kickstarter Projekt. Der smarte Teil dieses Kabelschlosses wird im Hinterbau des Rahmens befestigt. Die Energy kommt aus einem Lithium-Ionen-Akku der während der Fahrt durch magnetische Speichenreflektoren aufgeladen wird. Wie auch bei andere Smartlocks kann man das Schloss via Bluetooth 4.0 schließen, öffnen und Freigaben für Freunde einrichten. Falls sich jemand am Fahrrad, der Elektronik oder auch nur dem Kabel zu schaffen macht ertönt ein Alarm. Im Falle eines Diebstahls kann dann noch der Standort durch den Hersteller bestimmt werden. Für 2$ pro Monat  (€1,60/Monat) lassen sich darüber hinaus eine integrierte GSM/SIM-Karte aktivieren. Dadurch wird eine permanente GPS Verfolgung, Live-Notifications auf eurem Smartphone und Bike-Sharing möglich. Bike-Sharing Projekte können hier für 249$ (€200) erste Schlösser ab Januar 2015 für Testzwecke beziehen. Mitte 2015 soll dann der Einzelhandel folgen.

Cricket

Das Cricket hat sich eigentlich nur in diesen Beitrag verirrt, da es sich vielmehr um eine stille Alarmanlage für das Fahrrad handelt. Ich habe es trotzdem mit aufgenommen, weil 2015 ein U-Schloss mit integriertem Cricket folgen soll. Die CR2032 Batterie ist austauschbar und soll ein Jahr halten. Falls Cricket eine Bewegung registriert kann eine Nachricht via Bluetooth 4.0 an euer Smartphone gesendet werden. Markiert ihr euer Cricket in der App als gestohlen, dann wird euch über die Cloud der Ort mitgeteilt an dem andere Cricket Besitzer diese registriert haben. Das Projekt wurde auf IndieGoGo erfolgreich finanziert. Inzwischen kann man den kleinen Helfer für 35$ (€28) plus 5$ (€4) Versand bestellen.

Seatylock

Auf Kickstarter super erfolgreich finanziert. Die Idee ist es ein relativ normales 1m Faltschloss in den Sattel zu integrieren. Durch einen Schnellverschluss lässt sich der Sattel von einem zugehörigen Adapter für gewöhnliche Sattelstützen lösen und das Fahrrad sichern. Der Preis ist abhängig von Farbe und Form ca. 129$ (€104) plus 15$ (€12) Versand, wobei ihr euch zwischen vielen Mustern und Trecking- oder Komfort-Form entscheiden müsst.

Yerka

Hierbei handelt es sich bisher noch um ein reines Konzept, dass sich in der Umfrage nach Bedarf befindet. Dabei wird das Fahrrad selbst zum Schloss indem das Unterohr des Rahmens und die Sattelstange verbunden werden. Selbst wenn nun jemand das ganze öffnen kann, wird er wohl mit diesem Rad nicht davonfahren können. Weitere Informationen sind leider noch nicht verfügbar. Mal sehen ob wir 2015 mehr davon hören.

Skylock

Das Skylock ist ein smartes U-Schloss mit regenerativer Energiequelle. Der Akku wird per Solarzellen aufgeladen und soll bei normaler Nutzung bis zu einem Monat ohne Sonnenlicht halten. Über Bluetooth 4.0 kann es entriegelt und geöffnet werden. Das funktioniert per App oder aber durch bloße Annäherung eines gekoppelten Smartphones. Natürlich kann man auch Freigaben erteilen. Über offene oder euch bekannte WLANs kann sich das Skylock in das Internet einwählen und Live-Notifications senden wenn sich jemand daran zu schaffen macht. Ist der Akku jedoch wirklich einmal ganz leer, dann hilft nur Sonnenlicht oder das Laden per Micro-USB Kabel. Ist das Smartphone mal nicht verfügbar kann das Schloss per Eingabe einer selbstbestimmten Tasten-Kombination geöffnet werden. Es kann jetzt für 159$ (€128) plus Versand vorbestellt werden und soll Anfang 2015 verfügbar sein.

Bild oben von Jake Kitchener auf Flickr [CC-BY-NC-ND-2.0].

Gemini Lights Duo im Test

Die dunkle Jahreszeit hat uns wieder voll im Griff und schon am Nachmittag ist Licht am Fahrrad nützlich. Wir haben uns die Gemini Lights Duo mal genauer angeschaut und ausprobiert.

In der Gemini Lights Duo sind wie ihr Name schon vermuten lässt zwei sehr helle LEDs verbaut. Aus dem schicken und stabilen Gehäuse aus hart-eloxiertem Aluminium strahlen bis zu 1500 Lumen auf die Straße.

Mit nur 63 Gramm spürt man die Lampe kaum und kann sie bequem auf dem Helm tragen. Lediglich der Akku schlägt mit 122 Gramm (2600mAh) oder 229 Gramm (5200mAh) kräftig ins Gewicht.

JugendstilBikes.de - Gemini Lights Duo im Test

Zum Lieferumfang gehört unter anderem auch eine Halterung für den Akku, welche es möglich macht diesen unterhalb des Helms zu befestigen.

Neben Lampe und Akku bekommt man für 200 Euro auch noch folgendes Zubehör:

  • Kopfgürtel zum Verwenden der Lampe als Strinlampe
  • Klettbänder zur Befestigung des Akkus am Oberrohr
  • O-Ring zur Montage der Lampe am Lenker
  • Helmhalterung für die Lampe
  • Verlängerungskabel (X Meter)
  • Ladekabel

Wir haben die Gemini Lights Duo mit dem großen 5200mAh Akku getestet, wie viel Leistung der Akku noch verfügbar hat, kann man einfach an dem Leuchtschalter auf der Rückseite der Lampe ablesen. Grün bedeutet 100-20% Akku und hält 2h bei 1500 Lumen. Orange 20-10% Akku und rot 10-0%. Bevor das Licht ausgeht, schaltet die Lampe sich in einen Sparmodus (300 Lumen) und der Leuchtschalter blinkt rot. Letzteres ist bei 1500 Lumen nach knapp 2:36 Stunden geschehen (bei ca. 10° Umgebungstemperatur). Im Sparmodus haben wir die Lampe noch weitere 3 Stunden betrieben, ohne das die Lampe erlosch. Nach knapp 4 Stunden an der Steckdose war der Akku wieder voll geladen.

Die Lampe kommt ab Werk mit 3 voreingestellten Leuchtstufen, „Low“ mit 300 Lumen, „Mid“ mit 900 Lumen und „High“ mit 1500 Lumen. Diese lassen sich von 150 Lumen bis 1500 Lumen in Schritten von 150 Lumen frei programmieren.

Fazit:

Ich persönlich empfinde das große Akku-Pack an der Rückseite des Helms als unangenehm, vielleicht ist das kleine komfortabler. Mit der Gemini Lights Duo am Lenker und dem Akku am Oberrohr oder, dank Verlängerungskabel (ca. 8 Euro), in der Satteltasche ist es deutlich angenehmer. Die Lampe selbst leuchtet alles weg was ihr in den Weg kommt und der Akku hält bei mittlerer Leuchtstärke fast 7 Stunden aus. Die Bedienung ist simple und das Feedback über die verschiedenen Farben des Leuchtschalter ideal. Insgesamt ein gutes Produkt für in dieser „Lumenklasse“ schmales Geld.

 

Quick Caps – das Schloss für Schnellspanner

Wer sein Fahrrad abstellen möchte, der schließt es meist auch an. Da man sich auch Sorgen um seine Laufräder macht, muss man diese wohl oder übel mit anschließen. Das gilt auch wenn man keine Schnellspanner verwendet.

Die Quick Caps erlauben es euch die Laufräder anzuschließen ohne ein extra Kabelschloss mitschleppen zu müssen. Außerdem könnt ihr die Schnellspanner weiterhin nutzen. Vom Prinzip könnt ihr diese Schlösser einfach immer am Rad lassen und nur öffnen wenn ein Ausbau erforderlich ist. Eine ziemlich gute Idee wie ich finde. Leider sind sie nicht mit old-school Schnellspannern  mit seitlichen Hebeln kompatibel.

Für umgerechnet ca 30€ konnte man ein Paar Quick Caps auf Kickstarter erstehen. Ich hoffe der Preis steigt nicht, wenn sie dann im Einzelhandel erhältlich sind.

Ich warte jedoch noch bis die Quick Locks auch mit Zahlenschloss erhältlich sind. Ich vergesse ganz gern mal einen Schlüssel und das kann auf einer Radtour wirklich ärgerlich werden.

Radfahren im Kreisverkehr

Da ich auf meinem Weg zur Arbeit jeden Morgen mehreren Kreisverkehren begegne, erlebe ich immer wieder… naja sagen wir mal „unangenehme“… Situationen mit Autofahrern. Ich fahre hier inzwischen mit äußerster Vorsicht, da es scheinbar unterschiedliche Auffassungen über die Vorfahrtsregelung in einem Kreisverkehr gibt.

Auf den ersten Blick scheint die Sachlage klar. Die meisten Kreisverkehre sehen vor, dass der Verkehr im Kreis Vorfahrt hat wobei der einfahrende Verkehr eben Vorfahrt gewähren muss.

§8Abs1a StVO: Ist an der Einmündung in einen Kreisverkehr Zeichen 215 (Kreisverkehr) unter dem Zeichen 205 (Vorfahrt gewähren) angeordnet, hat der Verkehr auf der Kreisfahrbahn Vorfahrt.

Nur in Ausnahmefällen und nur wenn die Vorfahrtsregelung durch Beschilderung abweichend geregelt ist, gilt im Kreisverkehr etwas anderes. Dem stimmen soweit auch fast alle Verkehrsteilnehmer intuitiv zu, da dies der Vorteil eines Kreisverkehrs ist. Eine Ampelregelung ist unnötig was gerade bei geringem Verkehr Zeit spart. Der Verkehr bewegt sich im Kreis flüssig wobei es für Einfahrende nur den Verkehr im Kreisel zu beachten hat. Das gilt natürlich auch falls sich ein Fahrrad im Kreisel befindet. Ein ausfahrender Verkehrsteilnehmer muss dem im Kreis rechts neben ihm fahrenden Radfahrer Vorfahrt gewähren.

Was aber, wenn ein Radweg rechts außen am Kreisverkehr vorbeiführt? Hier nehmen manche Autofahrer an, dass es sich um einen, die Straße kreuzenden, Überweg handelt. Damit müsste der Radfahrer beim „Überqueren“ der Straße warten. Besonders wenn ein Auto den Kreisverkehr verlassen möchte und der Radfahrer rechts außen auf dem Radweg weiter im Kreis fährt. Dem ist aber nicht so. Ein Radweg der als straßenbegleitend anzusehen ist, gilt als Teil des Kreisverkehrs. Sowohl beim Ein- als auch Ausfahren muss ein Verkehrsteilnehmer dem Radfahrer auf dem Radweg also Vorfahrt gewähren.

Bild von Tebdi (Own work) [CC-BY-SA-2.0-de], via Wikimedia Commons

Hier finde ich die StVO schon recht anspruchsvoll. Möchte mal wissen, wer das bei einer zufälligen Befragung richtig beantworten könnte. Außerdem wirft der Ausdruck „begleitender Radweg“ wieder neue Fragen auf. Hier gilt tatsächlich der gesunde Menschenverstand und natürlich Rücksichtnahme. Als Faustregel sieht die Verwaltungsvorschrift einen maximalen Abstand von 5 m für einen begleitenden Radweg zur Straße vor.

Viele Gemeinden führen nun die Radwege geplant in einem größeren Bogen um den Kreisverkehr, um die Vorfahrtssituation der Autofahrer im Kreisverkehr zu entspannen. Dadurch wird die Radwegbenutzungspflicht jedoch außer Kraft gesetzt selbst wenn sie durch entsprechende Schilder untermauert wird. Der Radfahrer darf an diesen Stellen auf der Straße im Kreisverkehr wechseln. Mehr dazu auf Wikipedia.

Zusammenfassend ist mir dir Vorfahrtsregelung im Kreisverkehr zu kompliziert, um mich darauf verlassen zu können. Ich weiß zwar, dass ich in der Regel auf dem Radweg Vorfahrt gegenüber ein- und ausfahrenden Fahrzeugen habe (oder die Straße benutzen darf)… aber was bringt es mir, wenn man von einem Auto auf den Grill genommen wird?

Bild oben von Papa1234 (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Melon-Helmets Fahrradhelm im Test

Die Helme von Melon sowie die meisten anderen urbanen Helme sind für die Stadt ideal, weil sie nicht gleich den Anspruch eines Supersports vermitteln. Sie sind eher auf Komfort  und Nutzen ausgerichtet und sehen eben weniger aggressiv aus. Ich habe aus genau diesem Grund in der Vergangenheit Dirt-Helme mit unauffälligen Lackierungen und ohne Sonnen-, Spritz- oder Gesichtsschutz bevorzugt. Diese setzte ich dann nicht nur zum Rennradfahren sondern auch zum Snowboarden auf.

Kennengelernt haben wir die Helme von Melon auf einer Messe. Sie stachen vor allem durch die verschiedenen bunten Designs ins Auge. „Etwas zu verspielt“ war mein erster Gedanke. Als ich jedoch einen der Helme in der Hand hielt war ich beeindruckt von dem geringen Gewicht sowie von dem Magnetverschluss des Kinnbandes. Das fühlte sich nicht wie Spielzeug an! Als wir am Stand von unserer 9-tägigen Fahrradtour erzählten war schnell die Idee für den Melon-Helmets Fahrradhelm im Test geboren.

Die Auswahl der Helmgröße ist dank der Größentabelle sehr einfach. Ich bestellte einen in Größe M-L (52-58cm Kopfumfang). Der Helm kommt mit drei  Einlagen-Sets geliefert. Falls nötig kann man also vorn, hinten und oben mehr oder weniger polstern. Bei mir passten die dünnsten Polster. Diese werden einfach per Klettverschluss im Helm befestigt. Danach Helm aufsetzen, einmal kurz am Stellrad am Hinterkopf drehen und das Kinnband an den seitlichen Klick-Schnallen einstellen …

…weniger als 2 Minuten nach dem Auspacken saß der Helm. Er fühlte sich auf Anhieb richtig gut an und ich musste bisher auch nichts nachjustieren.

Auf den insgesamt 800km unserer Hellweg-Radtour trug ich die Melone nicht nur bei Sonne und 32°C  sondern auch bei Regen und Sturm, in den letzten Wochen dann auch im Düsseldorfer Stadtverkehr.

Bei hohen Temperaturen war er im Vergleich zu meinem eigenen Dirt-Helm überraschend luftig. Die im Inneren ausgesparten Belüftungskanäle scheinen tatsächlich etwas zu bringen. Das geringe Gewicht war auf dem Rennrad ein Segen für die Nackenmuskulatur. Extrem praktisch stellte sich der Magnetverschluss für das Kinnband heraus. Nach einer Weile setzt man den Helm intuitiv nur noch mit einer Hand ab. Sehr praktisch wenn man gerade das Fahrrad in der anderen Hand hält. Sehr gut ist auch, dass die Polster herausnehmbar und bei 30°C waschbar sind.

Wer sich also einen Helm zulegen möchte, der in allen Lebenslagen funktioniert, angenehm leicht zu tragen und einen genialen Verschluss am Kinnband hat, der sollte sich den Helm von Melon Helmets genauer ansehen. Ich kann ihn empfehlen, da ein komfortabler Helm immer besser ist als einer, der zu Hause liegen bleibt. Es gibt ihn in vielen Farben und Designs. Für die Sichtbarkeit hat er einen reflektierenden Aufkleber am Hinterkopf. Eine Sonnenblende ist übrigens auch erhältlich.

Einziger Verbesserungsvorschlag von mir wäre den Helm auch in matt-schwarz anzubieten.

Rotlichtverstoß und andere Sünden

Auch für den Fahrradfahrer zählt die Straßenverkehrsordnung (ja ich war auch völlig überrascht) und hält man sich nicht daran so folgt ein Bußgeld oder Treuepunkte in Flensburg. Durch die seit 1. Mai gültige Neuregelung zum Punktesystem führen bereits 8 Punkte zum Entzug des Führerscheins. Aber bis es soweit kommt wird man erst Vorgemerkt (1-3 Punkte), Ermahnt (4-5 Punkte) und Verwarnt (6-7 Punkte).

Bußgeldkatalog (Auszug)

TatbestandBußgeld normalMit Behinderung andererMit Gefährdung andererMit UnfallfolgePunkte
Nichtbenutzung des vorhandenen beschilderten Radwegs20€25€30€35€
Benutzung des beschilderten Radweges in nicht zugelas­sener Richtung20€25€30€35€
Befahren einer Einbahnstrasse in nicht vorgeschriebener Fahrtrichtung20€20€30€35€
Befahren einer nicht freigegebenen Fussgänger­zone oder eines Gehwegs15€20€25€30€
Befahren einer freigegebenen Fussgängerzone oder eines Gehwegs mit mehr als Schrittgeschwindigkeit15€
Auf Geh- und Radweg Geschwindigkeit nicht an Fussgänger angepasst15€
Befahren eines für Fahrzeuge oder Fahrräder gesperrten Bereichs15€,20€25€30€
Trotz vorhandener Schutzstreifenmarkierung nicht auf der rechten Seite gefahren15€20€25€30€
Fehler beim direkten oder indirekten Linksabbiegen15€20€25€30€
Nebeneinander gefahren und dabei andere behindert20€25€30€
Freihändig fahren5€
Beförderung eines Kindes auf einem Fahrrad ohne vor­geschriebene Sicherheitsvorrichtungen5€
Beförderung einer über 7 Jahre alten Person auf einem einsitzigen Fahrrad oder im Anhänger5€
Beleuchtungseinrichtungen am Fahrrad nicht vorhanden oder nicht betriebsbereit20€25€35€
Beleuchtung trotz Dunkelheit oder schlechter Sicht nicht benutzt oder verschmutzt/verdeckt20€,25€35€
Bremsen oder Klingel entsprechen nicht den Vorschriften sind nicht vorhanden oder betriebs­bereit15€
Fahrzeug nicht vorschriftsmässig dadurch Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt80€1
Haltgebot oder andere Zeichen von Polizeibeamten nicht beachtet25€
Benutzung eines Mobiltelefons (ohne Freisprecheinrichtung)25€
Missachtung des Rotlichts an der Ampel60€100€120€1
Die Ampel war bereits länger als eine Sekunde rot100€160€180€1
Bahn­über­gang trotz geschlossener Schranke überquert350€2
Fussgängern am Fussgängerüberweg (Zebrastreifen) das Überqueren nicht ermöglicht40€
In Fussgängerzone mit zugelassenem Radverkehr Fussgänger gefährdet20€
Fahrzeug geführt obwohl das Gehör durch ein Gerät beeinträchtigt war10€
Quelle: ADFC

Generell gilt es die Verkehrsregeln ein zu halten, aber man ist schnell im Bereich eines Verstoßes. Schlechte Radwege locken einen auf die Straße (ab 20€), Ampelphasen die einem einsam und alleine zum Stop&Go-Marathon zwingen laden ein diese zu ignorieren (ab 60€, 1 Punkt), kurz mal das Handy aus der Tasche gezückt (25€) oder schnell noch am Zebrastreifen vorbei (40€).

 Quelle Titelbild: Wikimedia Commons, Francisco Welter-

Vorsicht Toter Winkel

Wer kennt ihn nicht, den Toten Winkel. Beim Auto verschwindet dort mal eben ein Motorrad und beim LKW auch gerne mal eine ganze Schulklasse. Heute ist mir zum ersten Mal ein „Vorsicht Toter Winkel“ Aufkleber auf einer LKW Türe aufgefallen.

Toter Winkel Aufkleber der Verkehrswacht

Die Anzahl an Berichten über Radfahrer denen dieser Tote Winkel zum Verhängnis wurden überwiegen da deutlich. Aber die Idee der Initiative „Vorsicht Toter Winkel“ der Verkehrswachten in NRW auf die Gefahr mittels Piktogramme hinzuweisen finde ich gut. Sicherlich ist der Radfahrer oft im Recht, aber was bringt einem das Recht wenn man am Ende unterm LKW liegt.

Toter Winkel, Skizze vom ADFC NRW

Auf der Internetseite der Initiative „Vorsicht Toter Winkel“ findet man noch Praxisbeispiele aus dem Kreis Mettmann, Kreis Borken, Münster, Oberhausen, Krefeld, Unna und Solingen. Vielleicht ist ja der ein oder andere Trucker unter uns und trägt die Initiative weiter in andere Unternehmen.

Flyer zur Initiative „Vorsicht Toter Winkel“ 

rücksichtslos, aber sicher

Die einen mögen es auf dem Rad eher gemütlich und die anderen kämpfen um jede Sekunde. Nun haben fleißige Statistiker herausgefunden, dass gemütlich eher in die Richtung tödlich und rücksichtslos eher in die Richtung sicher ein zu ordnen ist. So schreibt der ADFC in seinem Blog:

Anders als man vielleicht erwarten würde, ist das Unfallrisiko für die als „Kamikaze-Fahrer“ verschrienen jungen Männer niedriger als für Senioren, die als besonders vorsichtig gelten.

In Berlin war in den letzten fünf Jahren jeder zweite getötete Radfahrer älter als 55 Jahre, ein Drittel war über 65.

Mit Abstand die meisten Todesopfer gab es bei Abbiegeunfällen: 21 von 55. Zwei Drittel davon waren Frauen.

Problem ist nicht die Aufmerksamkeit, sondern das Gespür für die tatsächliche Gefahr. Frauen und Senioren fahren zwar generell umsichtig und aufmerksam, aber in der entscheidenden Situation fehlt es an schneller Reaktion und der Idee wie man der drohenden Gefahr ausweichen kann. Der Rowdy unter den Radlern ist sich der eventuellen Gefahren im Straßenverkehr eher bewusst und hat oft schon einen Ausweg bevor die Gefahr zu erkennen ist. Auch fällt die rücksichtslose Fahrweise anderen Verkehrsteilnehmern eher auf und geht nicht im regen Treiben unter.

jugendstilbikes_gardasee

Natürlich sind die Zahlen alleine wenig aussagekräftig, junge Leute stehen so ein Unfall wahrscheinlich eher durch, sie tauchen dann u.a. in solchen Statistiken nicht auf. Auch will ich hier nicht zum rücksichtslosen Fahren aufrufen, aber interessant fand ich die Aussage trotzdem und bin gespannt wie ihr unterwegs seid und was ihr zu diesem Thema meint?

Rücksichtslos oder gemütlich, was ist euer Credo?

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 Bild oben, geschossen im Juni 2014 auf unserer Alpenüberquerung

Falschparker per App melden

Auf der VeloMesse in Berlin wurde letzte Woche die App Wegeheld vorgestellt, deren Konzept mir bisher neu war. Sie macht es Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern möglich in der Gemeinschaft auf Probleme, Ordnungswiedrigkeiten und Verkehrsverstöße hinzuweisen. Mit dem Smartphone können Uhrzeit, GPS Koordinaten, Foto und Sachverhalt aufgenommen und eine geeignete Maßnahme ausgewählt werden. Das kann vom bloßen Posten auf einer Webseite bis hin zur Email an das Ordnungsamt bei notorischen Falschparkern gehen.

Das ganze hat zwei Seiten für mich. Wenn tatsächlich viele  Verkehrsteilnehmer diese App nutzen, könnte man sich untereinander verständigen ohne die Person bzw. Fahrzeughalter kennen oder antreffen zu müssen. Man kann sich zum Beispiel gegenseitig darauf hinweisen, dass noch das Schiebedach im Auto offen ist oder sich gerade komische Typen am Fahrrad zu schaffen machen. Jedoch könnte die App auch als Mittel gegen einen scheinbaren Gegner genutzt werden. Endlich kann man ganz bequem einen Gehwegparker anzeigen oder noch schlimmer öffentlich an den Pranger stellen. Aus Datenschutzgründen müssen laut AGBs zwar persönliche Informationen wie das Kennzeichen für öffentliche Postings mit einem integrierten Tool entfernt werden. Jedoch habe ich trotzdem Bauchschmerzen mit der Vorstellung, dass wir uns demnächst gegenseitig überwachen. Fragt sich auch wie ein Ordnungsamt diesen Hinweisen nachgehen wird.