Ortlieb Ultimate6 Pro im Test

Nachdem ich die Ortlieb Ultimate6 Pro nun einige Monate in fast täglichem Gebrauch habe und sie ebenfalls auf unserer diesjährigen Hellweg-Radtour intensiv testen konnte hier nun meine Erfahrungen.

Vorab möchte ich erwähnen, dass sich Vieles auf andere Lenkertaschen von Ortlieb und auf Lenkertaschen im Allgemeinen übertragen lässt. Gepäck am Lenker bzw. über dem Vorderrad kommt mit Vor- und Nachteilen denen man sich bewusst sein sollte. Ortlieb gehört zu den Herstellern, deren wir bereits in der Vergangenheit unserer Vertrauen geschenkt und gute Erfahrungen gemacht haben. Ich wollten eine Lenkertasche mit Sichtfenster fürs Smartphone darum fiel meine Wahl auf die Ortlieb Ultimate6 Pro.

Die Montage ist relativ leicht, nahm aber trotzdem etwa 30 Minuten in Anspruch. Hier und da muss man nachjustieren und dann doch noch mal einen Blick in die Anleitung werfen… aber das wird wohl jeder können. Die Halterung ist für alle Lenkerdurchmesser und Lenkerformen geeignet. Lediglich Fahrer von Carbon-Lenkern müssen sich eine Alternative suchen.

Wie ich erwartet hatte, ist es äußerst praktisch während der Fahrt das Telefon, Kamera oder die Sonnenbrille griffbereit zu haben. Die Taschen der gesamten Ultimate6 Reihe sind mit einem Magnetverschluss ausgestattet, der leicht mit einem Handgriff zu öffnen und sicher zu schließen ist. Im geöffneten Zustand konnte ich sogar die Deckelinnenseite als temporäre Ablage benutzen… wohlgemerkt alles während der Fahrt. 🙂

Die Tasche hat sich auf den insgesamt 800km unserer Hellweg-Radtour auf unterschiedlichen Wegen und in allen Wetterlagen beweisen müssen. Ich kann sagen, dass sie absolut stabil und wasserdicht ist. Zu keinem Zeitpunkt musste ich befürchten, dass sich der Deckel öffnen, die Tasche verrutscht oder der Inhalt nass werden könnte. Sie ist geräumig und lässt sich dank der mitgelieferten Klett-Trennwände flexibel organisieren. Bei einem Halt kann man die Tasche sehr schnell aus der ORTLIEB Halterung nehmen. Falls man die Tasche jedoch am Lenker lassen möchte, lässt sich die Halterung sowie der Deckel abschließen.

Da ich hauptsächlich meine Wertsachen in der Ortlieb Ultimate6 Pro transportiert habe, traute ich dem Schloss nicht. Die Tasche lässt sich nur zu leicht mit einem Taschenmesser aufschlitzen und mit einem Seitenschneider auch komplett mitnehmen. An riskanteren Orten der Welt würde ich wohl gar keine Wertsachen in einer Lenkerrasche verstauen. Kein Schloss schützt vor bewaffnetem Raub. Ich war jedenfalls dankbar für den mitgelieferten Schultergurt da ich die Tasche regelmäßig mitnahm. Leider lässt sich der Gurt im montierten Zustand nicht ideal in der Tasche verstauen. Die seitlichen Halterungen des Schultergurtes ragen über den Deckel hinaus, so dass sie im Weg sind.

Zu meiner Überraschung habe ich das Fach für das Smartphone kaum benutzt. Meine Navigations-App läuft nur im vertikalen Modus. So passt mein iPhone aber nicht in das Fach. Außerdem sind die Reflexionen auf der Folie bei bereits bewölktem Himmel zu stark, um das Display ablesen zu können. Solche Folien neigten früher übrigens dazu mit der Zeit durch Sonnenstrahlung blind zu werden. Dies konnte ich in den Monaten meines Tests jedoch nicht beobachten. Für eine Karte ist das Fach zu klein und ich empfehle hier definitiv den Kartenhalter von Ortlieb.

Während der Fahrt wurden wir einmal von der einbrechenden Dunkelheit überrascht. Die zur Sicherheit mitgenommenen Lampen ließen sich aber nicht mehr am Lenker montieren. Hierfür bietet Ortlieb ebenfalls eine Lösung als Zubehör an.

Es muss einem bewusst sein, dass die bis zu 3Kg Gepäck am Lenker das Lenkverhalten beeinflussen. Ich habe das während der Fahrt nicht negativ wahrgenommen. Jedoch nervte es mich ein wenig, dass der Lenker nun beim Schieben und Abstellen des Rades zum Umschlagen neigt. Dieses Phänomen gilt für alle Lenkertaschen, da sie den Schwerpunkt nach oben an den Lenker verlagern. Die Ortlieb Ultimate6 Pro tut was sie kann, um dies zu vermindern indem sie mit einem sehr geringen Leergewicht daherkommt.

Wer seine Wertsachen griffbereit am Fahrrad möchte, muss sich wohl trotzdem damit abfinden. Ich persönlich finde, dass die Entwickler von Ortlieb sehr gute Arbeit geleistet haben, um eine praktische und hochwertige Lenkertasche anbieten zu können. Falls euer Rad ein Nabendynamo hat und ihr die Anschaffung eines Gleichrichters nicht scheut, könnte euch die Ultimate6 Pro E mit USB-Ladeport interessieren.

Rückblick, 9 Tage entlang des Hellweg

Von Aachen bis nach Küstrin, von den Niederlanden bis nach Polen, mit dem Rennrad quer durch Deutschland entlang des Hellweg so war der Plan. Umgesetzt haben wir ihn wie geplant trotz Speichenbruch, Risse im Mantel, Affenhitze und Regen wie aus Eimern.

Aber wir hatten auch Glück, Unterkünfte sei es Wildcamping, Pension oder Leihzelt waren immer super, wir haben uns kaum verfahren und es gab keine Verletzen – oder wir haben es nicht gemerkt.

Die Etappen der Tour könnt ihr euch im folgenden noch mal durch lesen und für den besten Tag abstimmen:

Erste Etappe auf dem Hellweg (Vaals – Düsseldorf)
Zweite Etappe auf dem Hellweg (Düsseldorf – Bochum)
Dritte Etappe auf dem Hellweg (Bochum – Paderborn)
Vierte Etappe auf dem Hellweg (Paderborn – Hameln)
Fünfte Etappe auf dem Hellweg (Hameln – Braunschweig)
Sechste Etappe auf dem Hellweg (Braunschweig – Magdeburg)
Siebte Etappe auf dem Hellweg (Magdeburg – Brandenburg)
Achte Etappe auf dem Hellweg (Brandenburg – Berlin)
Neunte Etappe auf dem Hellweg (Berlin – Kostrzyn nad Odra)

Was denkt ihr, Winkearm, Kopfnicker oder Mentalabschirmen und nur auf die Sache fokusieren?

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Besten Dank auch an alle Unterstützer, sei es die Luftpumpe, die Lenkertasche, der Helm, die Handschuhe oder einfach nur die Bialetti, alles wurde gebraucht.

Vermisst haben wir eigentlich nix. Hätten wir Ersatz-Speichen und einen Ersatz-Mantel dabei gehabt, hätten wir sicher einiges an Zeit gespart, aber stoppen konnte es uns auch nicht – man kann schließlich nicht alles dabei haben.

Die Rückfahrt von Polen nach Düsseldorf gestaltete sich aufgrund der Unwetterschäden in NRW etwas komplizierter, aber trotz überfüllten Fahrradwaggon und mehrfachem Umsteigen sind wir am Ende doch gut in Düsseldorf angekommen.

Neunte Etappe auf dem Hellweg

Der letzte Tag auf dem Rad begann ungewiss. Hat der Kollege vom Rad Kreuz in Berlin das Hinterrad repariert oder konnte er keine Hammerspeichen auftreiben? Auf dem Weg zum Radladen stoppten wir noch schnell auf ein Frühstück. Gestärkt ging es wieder quer durch Berlin, an Teilen der Mauer vorbei am Görlitzerpark entlang bis zum Fahrradladen.

Die Jungs vom Rad Kreuz haben ganze Arbeit geleistet und das Hinterrad von Matze repariert. Das Teil ist jetzt mit den Reparaturen fast doppelt so viel Wert wie vorher.

Vom Radladen ging es wieder zurück gen Osten von Berlin. Hinterrad montierten, Taschen packen und los geht die Tour nach Küstrin mit 3 Stunden Verspätung. Danke noch mal an Aimee für die nette Unterkunft.

Erstmal aus Berlin raus, wurde auch der Verkehr weniger. Leider ging auch der Radweg nicht weiter. Anders als uns die Karten vom ADFC glauben ließen, ist die B1 an der Stelle nicht für Fahrräder freigegeben. Nach etwas hin und her ging es dann über einen Umweg auf den Radwanderweg (R1, Route 3).

Radwanderweg bedeutet übrigens nicht das man da mit dem Rennrad gut fahren kann, Kopfsteinpflaster und Sandpisten machten es besonders schwer. Zum Teil gehts aber auch durch schöne Dörfer und Gemeinden. Letzteres macht bei Dauerregen aber dann auch nicht wirklich gute Laune. Nach dem großen Regen waren wir pitsch nass und haben uns an einer Bushaltestelle umgezogen bzw. warm angezogen bevor es weiter ging.

Wir pausierten nur kurz in Buckow bei Wasser, Banane und Harzer Roller und flott ging es weiter in Richtung Küstrin. Dort wartete schließlich haus-geräucherter Rotbarsch und Forelle auf uns! Bei Trebnitz entschlossen wir uns wieder auf die B1 zurück zukehren und den direkten Weg nach Küstrin zu nehmen.

Circa 20km vor dem Ziel holte uns das Gewitter wieder ein. Platzregen und Wind sorgten dafür das die gerade getrockneten Sachen wieder schön nass wurden. Der Regen ließ uns noch mal etwas schneller in die Pedalen treten. Wir wollten bloß ankommen und dachten: „Forelle und Rotbarsch wir sind gleich da!“ Immer das frisch eingespeichte Laufrad im Hinterkopf. Da schmerzt dann jedes Schlagloch nicht nur am A…. sondern auch im Kopf!

In Küstrin-Kiez ging es durch Geisterstadt ähnliche Gebiete. Bis zur Oder nach Polen. Das Ziel war erreicht! Hier wurde extra für uns ein Schild errichtet, der unsere Leistung noch einmal abschließend würdigte! 🙂

Von der Oder ging es noch mal 5km zurück zum Fischerreihof Schneider – natürlich wieder durch Platzregen. Dort abgekommen wurde schnell heiß geduscht, um wieder aufzutauen. Dann ging es bei herrlichem Sommerwetter an die Forelle, Rotbarsch und Bier!

Achte Etappe auf dem Hellweg

Nach der Nacht in der Blockhütte ging es bestens gelaunt zum Frühstück. Das gab es beim italienischen Restaurant auf dem Campingplatz. Nach Brötchen, Kaffee und Co ging es los.

Berlin. Knapp 90 Kilometer und bestes Wetter. Nach 100 Meter bemerkte Matze, das eine Speiche gebrochen war. Eine weitere war verbogen. So ging es nicht weiter, vor allem nicht mit Gepäck. In Plaue gab es – welch ein Glück – einen Fahrradladen, aber eine Hammerkopfspeiche war nicht vorrätig. Da alle weiteren Fahrradläden mindestens 8 Kilometer entfernt waren ließen wir den Kollegen vom Fahrrad Fritze mal improvisieren.

Nach etwas weniger als einer Stunde war es provisorisch vollbracht und wir konnten weiter, bzw. los in Richtung Berlin. Der freundliche Fahrrad Fritze aus Plaue hatte eine normale gebogene Speiche begradigt und als Notbehelf eingespeicht.
Zunächst wartete mit Brandenburg wieder ein wenig Stadt Getümmel auf uns. Im Anschluss wurde es ruhiger und wir folgten wie die Tage zuvor der Bundesstraße 1.

In Potsdam machten wir Pause, gönnten uns ein Kaffee aus der Bialetti und aßen eine Kleinigkeit.

Von Potsdam war man irgendwann in Berlin, beide Städte gingen mehr oder weniger schwimmend in einander über. Berlin erkannte man zunächst nur an den guten, breiten Radwegen. Falls der Radweg voll war, gab es noch eine Busspur und wenn die nicht reicht – fürn mich als Düsseldorfer – sehr sehr breite Straßen.

Da Berlin ne riesen Stadt ist, bedeutete es noch lange nicht das wir am Ziel waren. Trotz der guten Radwege und unserer anscheinend noch frischen Beinen dauerte es eine Weile bis wir in Friedrichshain ankamen.

Kurz vor unserem Tagesziel, brach eine der beiden Speichen an Matzes Hinterrad erneut. Die restlichen 800 Meter konnten wir schieben aber wie bekommen wir eine neue Speiche?

Ungefähr 10 Kilometer durch die Stadt gab es ein Laden der wohl Ahnung in den Bereich hat und auch die Speiche auf Lager. So ging es wieder ab auf die Esel, Matze leihte sich ein Rad und schnallte sich das Laufrad schnurstracks auf den Rücken.
Wir erreichten den Laden gerade noch rechtzeitig 1 Minute vor Ladenschluss und sie nahmen sich der Sache an. Ob es was wird sehen wir morgen um 10 Uhr. Vorher geht nix, also auch nicht unserer Tour weiter.

Den Abend trafen wir uns trotzdem mit Freunden welche gerade auch in Berlin waren und ließen den Abend auf dem Dach eines Kaufhauses ausklingen.

Siebte Etappe auf dem Hellweg

Heute begrüßte uns feinstes Regenwetter, schöne dicke tropfen… Sehr sehr toll.

Ob das der Preis für das gute Frühstück war? Wir warteten ein wenig ab bevor wir dann Richtung Brandenburg auf die Straße zogen. Der Regen war unser freudiger Begleiter und ließ uns nicht alleine.

In Magdeburg konnte Matze noch eine Menge zur Stadtgeschichte erzählen und wir rollten langsam Richtung Ortsende.

Hinter Magdeburg ging es dann immer nur der Bundesstraße 1 entlang. Leider gibt es in diesem Abschnitt des Hellwegs keinen angenehm ausgebauten Radwanderweg. Besonders unangenehm ist die Tatsache das die Straße auf diesem Stück scheinbar unendlich gerade aus geht. Man denkt man kommt kein Stück weiter, dazu noch eine Prise Regen und das ganze ist ein riesiger Spaß.

Nur Genthin unterbrach die Einöde kurz. Probleme an Matzes Schaltung stoppten dann auch unsere Tour ganz. Nach ein wenig hin und her gefummele reichte es zum Weiterkommen. Aber da uns wieder ein Schauer eingeholt hatte machten wir erst einmal Mittag.

Nach der Pause nahm der Regen wieder etwas ab und wir radelten weiter der Bundesstraße 1 entlang. Plötzlich tat sich der Ort Plauen auf, da wollten wir hin. Also waren wir unserem Ziel, dem Campingplatz am Plauer See ganz nah.

Aus dem Zelt wurde dank des netten Platzwart eine Blockhütte zum gleichen Preis.

An der Hütte angekommen begrüßte uns zum ersten mal an diesem Tag die Sonne und wir entschieden uns spontan um die Ecke ein zu kaufen um noch ein netten Abend am Grill zu feiern. Auf die Sonne!

Sechste Etappe auf dem Hellweg

Gestern hatten wir einen eher ungemütlichen Start in den Tag. Das Gewitter aus der Nacht hat sich noch am Morgen ein wenig abgeregnet. Zum Glück hatten wir Gestern noch einige zusätzliche Kilometer gemacht. So hatten wir heute bereits einen Vorsprung.

Ab Helmstedt war jedoch wieder bestes Wetter und damit die Gelegenheit ein Frühstück zu sich zu nehmen. Im Zentrum der Altstadt aßen wir in einem Café.

Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. Unsere Rösser posierten vor dem Denkmal zur Deutschen Wiedervereinigung.

Auf den folgenden Kilometern wurde uns nur zu sehr bewusst, dass der Hellweg auch heute noch eine beliebte Handelsroute ist. Auf der B1 staute sich LKW an LKW und wir mussten mitunter mit riskanten Überholmanövern auf unserer Spur leben. Da das Fahrradfahren so sehr anstrengend ist, haben wir uns entschlossen die B1 zu verlassen und Magdeburg über kleinere Landstraßen zu erobern. Hier war wesentlich weniger Verkehr und somit entspannteres Fahren möglich.

In Magdeburg angekommen besuchten wir noch den ehemaligen Bürgermeister und Erfinder der Luftpumpe. Als Fahrradfahrer war es uns wichtig im unseren Tribut zu zollen. Aufgrund von Rissen im Mantel, musste Ginos schicker Vittoria Mantel einem Schwalbe weichen und unsere Minifußpumpe kam genau hier in Magdeburg zum Einsatz!

Fünfte Etappe auf dem Hellweg

Auf den Feldbett im 10 Mannzelt… wir zwei haben trotz kräftigem Gewitter, super geschlafen. Selbst die Räder durften mit ins Zelt. Das musikalische Abendprogramm der Pfadfinder auf dem Zeltplatz war einmalig.

Morgens begrüßte uns die Sonne durch das Zeltfenster und wieder das Singen/Brüllen. Es gab ein super Frühstück für’nen schmalen Taler. Wir haben uns den Bauch für den Feiertag voll geschlagen. Nach dem alles wieder im Sack verstaut war und am Rad hing ging es gut gelaunt in Richtung Braunschweig.

Kurzentschlossen verabschiedeten wir uns wieder von den Radwegweisern und folgten einfach der Bundesstraße 1. Das klappte sehr gut, an einigen wenigen Stellen wurde noch mal auf die Karte geguckt, aber es lief und lief. Kurz vor Hildesheim gönnten wir uns eine Schale Erdbeeren und weiter ging es. Wir waren ja noch satt vom Frühstück.

Nach 80km waren wir am Ziel, aber das abwechselnde Fahren im gegenseitigen Windschatten und die gute Bundesstraße hatte Kraft gespart. Darum fuhren wir dann knapp 30km weiter bis nach Hordorf.  Für Matze war es ein Schwung leichter, da er sich schon auf das, wie er sagt, Land mit den goldenen Feldern, grünen Wiesen und frisch sanierten Denkmälern freut. Ich glaub er meint den Osten.

Die letzten 10 km waren dann aber doch eine Qual. Auf der Suche nach einer Unterkunft am Feiertag hatten wir mehrfach keinen erreicht, es war kein Zimmer mehr frei oder der Preis eine Ecke zu fürstlich für arme Sportler. Matze schaffte es dann doch noch genug Verzweiflung in seine Stimme zu legen und ein Doppelzimmer neben einem netten kleinen Landgasthof für 20€ pro Nase zu organisieren.

Zum Abendbrot gab es Pizza und Weißwein vom Lieferdienst… Herz was willst du mehr.

Vierte Etappe auf dem Hellweg

Nach der doch recht guten Nacht im Zelt – okay es war etwas zu warm und das Zelt hätte 20cm länger sein können aber wir wollen uns hier nicht mit Kleinigkeiten aufhalten – wartete die Bialetti auf uns. Denn Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.

Nach dem wir den Kaffee intus hatten, das Zelt abgebaut und verstaut war wurden die Pferde gesattelt und es ging los zunächst zum Fluß um die Ecke, erstmal Waschen!

Vom Fluss ging es eigentlich frisch in die Innenstadt von Paderborn. Nach ein paar Brötchen und einer etwas längeren Pause im Schatten eines Telekom HotSpots ging es auf in Richtung Hameln.

Heute fühlte sich alles etwas schwerer an, es ging bergab doch es fühlte sich an wie bergauf. Wir einigten uns darauf das unsere Rösser wohl etwas unausgeschlafen sind.

Nach viel links rechts Quatsch, welchem man unterliegt wenn man diesen Fahrrad Wegweisern auf diesem Abschnitt des Hellwegs folgt. Entschieden wir uns die Schilder zu ignorieren und die oft doch kürzere Landstraße zu nehmen. Rollt sich dort ja auch viel besser.

Das Wetter kostete neben den teilweise steilen bergauf Passagen viel Kraft und Wasser. Auf der vergeblichen Suche nach Brunnen in Lügde, trafen wir ein älteres Ehepaar. Dieses war so freundlich unsere Wasserflaschen bei sich in der Wohnung zu füllen. Wir plauderten noch etwas über das Wetter, das Fahrradfahren und die Schwiegertochter aus Düsseldorf.

In Hameln fanden wir mit einem kleinen Schwenker dann doch den Campingplatz Tönebon Camp. Nach einer kleiner Stärkung (BoWuMiKaSa) durften wir unser Zelt beziehen. Die erste Dusche nach zwei Tagen bei 30 Grad auf dem Rad fühlte sich gut an. Genauso das Bier und das Studentenfutter – sofern unsere schmerzenden Hände das noch gegriffen bekommen.

Dritte Etappe auf dem Hellweg

Gestern ging es von Bochum nach Paderborn, 120km standen auf dem Plan. Das Wetter war wunderbar und wir, dank der netten Unterkunft bei Benny, gut erholt.

Rauf auf den Bock und erstmal ab nach Dortmund. Überrascht von den guten Fahrradwegen inkl. Fahrradampeln welche vor den Autoampeln grün schalten um gefährliche Situationen beim Abbiegen zu vermeiden.

Von Dortmund ging es weiter nach Unna aufgrund der vielen nützlichen Fahrrad Wegweisern haben wit uns in Unna und im Vorland von Unna etwas länger aufgehalten. In Werl gönnten wir uns dann nach den ersten 50km eine Pause mit Blick auf ein Prachtbau unter den Kirchen. Von dort ging es weiter nach Soest.

Irgendwo zwischen Soest und Erwitte trafen wir dann auf einen Schützenumzug und standen erstmal stramm. Nach Paderborn zog sich sie Strecke noch gut, vor allem das Finden eines guten Zeltplatzes kostete ne Menge Zeit.

Am Ende wurde auch dieser gefunden, das Waldstück etwas aufgeräumt, das Zelt aufgebaut und der Kocher mit den Ravioli an geschmissen, herrlich!

Zweite Etappe auf dem Hellweg

Gestern ging es von Düsseldorf ins Ruhrgebiet nach Bochum.
Bei bestem Wetter guckten wir uns noch kurz den Weg auf der Karte an und freuten uns auf die nächsten 80 km.

Schön ist es ja wenn solch eine Tour an der Haustür vorbei führt, so kann man die Nacht in gewohnter Umgebung genießen. Nachdem wir die erste halbe Stunde auf der Strecke waren haben wir jedoch einen Haken an der Nacht zu Hause entdeckt, Ginos Portemonnaie lag noch zu Hause. Ohne Gepäck ging es recht flott zurück, aber Zeit und gute Laune kostete es dann doch.

In der Stadt mit dem Rad war wieder ein Krampf, aber das kennen wir ja. Außerhalb wurde es um so schöner und nachdem wir den richtigen Radweg gefunden haben ging es auf bester Strecke durch den Wald. Auf dem Weg von Ratingen nach Kettwig ging es sogar über eine feine, best ausgebaute Rad und Wanderbrücke.

In Kettwig begrüßte uns dann die Ruhr, welcher wir von dort an eine lange Zeit folgten. Ein guter Radweg führte uns am Ufer entlang, vorbei an alten Ruinen und Zeichen aus den dicken Jahren mit der Kohle.

Nachdem wir der Ruhr unseren Rücken zu drehten ging es auch wieder ein paar Meter bergauf, bergab und wieder bergauf. An der Burg Altendorf aus dem 12. Jahrhundert machten wir ebenso halt wie an noch ein paar weiteren Zechen und Denkmälern. Und schwupps war dort wieder die Ruhr zu überqueren. Auf der dem anderen Ufer trafen wir auf feinstes Kopfsteinflaster, gerade zu belgische Qualität. Nach einem mittlerem Anstieg leider auch wieder die Stadt und der Trubel auf der Straße.

Am Ende sind wir etwas später als gedacht in Bochum angekommen, aber dafür haben wir eine Menge schöner Dinge am Rande der Strecke kennengelernt. Bochum Langendreer ist aber auch ganz nett und die letzten Stunden des Tages verbringt man hier an einem schönen Sommerabend gern draußen an der Pizzaria und Eiscafe.